Der Weinjahrgang 2016

Wein ist Ausdruck von Natur. Der Weinmacher ist ein Übersetzer der Natur - der Rebsorte, des Bodens, des Klimas, des Jahrgangs. Und jedes Jahr erzählt eine andere Geschichte...

(Alexandre Schmitt)

 

Anno Domini 2016: Schwierigst. Für Ökowinzer teilweise existenzbedrohend. Krankheitsdruck in nie dagewesener Intensität...

 

Auch die Medien berichteten häufig über diese Situation: Nach weitgehend trockenem Frühjahr sorgte eine ca. sechswöchige Phase mit subtropischer Witterung, d.h. hohen Temperaturen und nahezu täglichen intensiven Niederschlägen, ab Ende Mai für ideale Vermehrungsbedingungen für Schadpilze.

 

Gerade für uns Ökowinzer, die wir nur über Pflanzenschutzmittel verfügen, die auf der Blatt­ober­fläche wirken, war es nahezu aussichtslos, der Krankheiten Herr zu werden. Nach dem Ausbringen wurde der schützende Belag im Handumdrehen von den Starkniederschlägen wieder abgewaschen. Genügt es normalerweise, alle 10-14 Tage zu spritzen, musste es in dieser Zeit alle 4-5 Tage sein. Das bedeutete Mühe und elende Plackerei, gerade in den steilen Terrassenlagen, wo man nur zu Fuß mit dem schweren Motorsprühgerät auf dem Rücken arbeiten kann. Aber es gab keine Alternative: Wer diesen Aufwand nicht leisten konnte oder wollte, durfte die Ernte bereits frühzeitig weitgehend abschreiben...

 

Immerhin hatte Petrus ab Juli ein Einsehen: Die anschließende trocken-warme Witterungsphase überdauerte bis hinein in die Lesezeit im Oktober. Nicht nur wurde durch diese Trockenheit die gefürchtete Japanische Kirschessigfliege in ihrer Vermehrung behindert (sie benötigt Feuchtigkeit und Wärme) - auch die Reben erfuhren ideales Reifewetter. Und da wir den erforderlichen immensen Pflanzenschutzaufwand tatsächlich auch erbracht hatten, gab es trotz hoher Verluste eine mengenmäßig zumindest akzeptable Ernte. Allerdings war es dabei wichtig, angesichts rasch fortschreitender Zuckerbildung in den Beeren sorgfältig zu beobachten und den richtigen Zeitpunkt genau abzupassen, um bei der Lese nicht nur Süße, sondern auch Aromareichtum bei den Trauben zu gewährleisten.

 

Im Endeffekt war die Qualität zu unserer Freude außerordentlich gut: eine kleine, aber feine Ernte!

 

Freuen Sie sich mit uns über sehr harmonische, säuremilde Weine, beim Riesling bis hinein in den Auslesebereich

(”In Primis”). Und Rotweinliebhaber dürften nach Abfüllung im September bezüglich unserer Rotweine ihr “blaues Wunder” erleben. Im positiven Sinne natürlich... Wohl bekomm’s !!!

 

 

Der Weinjahrgang 2015

Wein ist Ausdruck von Natur. Der Weinmacher ist ein Übersetzer der Natur - der Rebsorte, des Bodens, des Klimas, des Jahrgangs. Und jedes Jahr erzählt eine andere Geschichte...

(Alexandre Schmitt)

 

Anno Domini 2015: Ein trockenes, ja sogar ein sehr trockenes Jahr... Bereits im Frühjahr waren die Bodenwasserreserven stark angegriffen, Anfang Juni dann unsere lockeren, steinreichen Verwitterungsböden bereits bis in Tiefen über 1,50 m pulvertrocken. Wichtig war nun angepasste Boden- und Laubarbeit, um die Reben in dieser Stress-Situation zu unterstützen. Dazu gehörte unter anderem das mechanische Umbrechen der Krume in jeder zweiten Rebgasse, um das Einsickern des wenigen Regenwassers zu erleichtern, das Kurzhalten des Unterwuchses, um die Verdunstungsrate der Krautschicht zu minimieren, die einseitige Entblätterung der Traubenzone (nur auf der Schattenseite, damit die harte Sonnenstrahlung nicht wichtige Aromakomponenten in den Beeren “versiedet”) sowie eine behutsame Reduzierung des Traubenbehanges, um den Stoffwechsel der Reben nicht zu überlasten.

 

Diese Unterstützungsmaßnahmen halfen. Außerdem erwies es sich als günstig, dass unsere Reben ja ohnehin dank der ökologischen Bewirtschaftung nicht verwöhnt, sondern zu Robustheit und Vitalität erzogen werden. Zudem scheint es, als ob die Pflanzen angesichts der früh im Jahr bestehenden Trockenheit auch zeitig bereits in den “Sparmodus” wechselten, um mit dem wenigen vorhandenen Wasser auszukommen: Das manifestierte sich z. B. in kürzerem, langsameren Triebwachstum und ungewöhnlich kleinen Blättern und Trauben. Positiver Nebeneffekt: Überall strotzend gesunde Weinstöcke, denn bei dieser Witterung hatten die meisten Rebkrankheiten, die von feuchteren Verhältnissen profitieren, keine Verbreitungschance. Dies galt auch für die Kirschessigfliege, die im Vorjahr noch so viel Schaden angerichtet hatte ...

 

Und das Ergebnis: Eine von der Menge her gute, von der Qualität sogar sehr gute Ernte. Lediglich bei der Rotweinlese hatten wir merkliche Verluste, weil just einige Tage vorher heftige Regenfälle die während der vorherigen Trockenheit gebildeten kleinen Traubenbeeren zu rasch aufquellen und platzen ließen: Sie mussten aussortiert werden.

 

Die Weine des Jahrgangs sind dichte, aromastarke Tröpfchen mit ausgeprägtem Sortencharakter: eine richtig verführerische Angelegenheit ... Wohl bekomm’s!!!

 

Der Weinjahrgang 2014

Das fing ja gut an ... Ein milder Winter, gefolgt von einem warmen, trockenen Frühjahr, der Sommer dann feucht-warm: Alles sah nach einem unproblematischen, qualitativ herausragenden Weinjahr aus. Zwei, drei Frostnächte im Mai hatten zwar auf einigen exponierten Flächen Mengeneinbußen zur Folge, aber die Traubenentwicklung verlief nahezu optimal.

 

Zeitig, schon Ende August, wurden die frühreifenden Rotweinstöcke mit Netzen abgedeckt, um den Fraßverlust durch Vögel, Mäuse und Wespen in Grenzen zu halten. Aber nur wenig später, mit zunehmender Süße der Beeren, begann ein fürchterliches Gemetzel: Aufgrund der Netzabdeckung zu­nächst unbemerkt machten sich Myriaden winzigkleiner Insekten über unsere schönen Rotweintrauben her. Es handelte sich dabei um Drosophila suzukii, die japanische Fruchtfliege, eine vor zwei Jahren in Deutschland erstmals registrierte Zuwanderungsart, deren Heimat ursprünglich Ostasien ist. Die nur zwei bis drei Millimeter großen Weibchen verfügen über einen harten Legestachel, mit dem sie die Beerenhaut durchstechen und ihre Eier in das süße Fruchtfleisch (übrigens ausschließlich von dunklen Früchten!) einbetten können. Dabei infizieren sie die Beeren gleichzeitig mit Essigbakterien; unweigerlich verderben die Früchte. Unsere in bester Absicht angebrachten Schutznetze verhinderten eine frühzeitige Entdeckung der Schädlinge; erst als schon ein Großteil der Trauben befallen war, wurden wir auf Kontrollgängen durch auftretenden Essiggeruch alarmiert. Bekämpfungsmaßnahmen waren da schon sinnlos geworden; sofortige Notlese musste eingeleitet werden.

 

Ein Großteil der Rotweintrauben musste verdorben am Stock hängen bleiben. Aber einmal mehr ist es dem Fleiß und der Sorgfalt unserer Lesehelfer zu verdanken, dass durch extrem zeitaufwendige Auslese zumindest ein geringer Teil der Trauben gekeltert werden konnte. Zwar konnten auch diese unseren strengen Maßstäben für die Rotweinherstellung nicht mehr genügen, aber dafür waren sie ideal zur Rosébereitung - zum Besten unserer Rosalie ...

 

2014er BelzRotweine wird es daher leider nicht geben. Zum Ausgleich erfüllen die Weißweine und natürlich Rosalie allerhöchste Ansprüche: Wir verstehen das gleichsam als Friedensangebot von Mutter Natur!

 

Der Weinjahrgang 2013

 

Problematisch. Aber, wie es im Rheinland heißt: “Et hätt noch immer jot jejange...”
Dies könnte die treffende Zusammenfassung für das Weinjahr 2013 sein...

Der Winter hatte langen Atem. Das Frühjahr begann sehr spät, Ende April erst kam der Austrieb, gut zwei Wochen nach dem normalerweise zu Erwartenden. Wenige mild-feuchte Wochen, die dem Wachstum förderlich waren, wichen dann dem großen Regen, der im Juni deutschlandweit Hochwasser bescherte, besonders katastrophal an Donau und Elbe, weniger stark am Rhein. Der Sommer dann trocken und heiß, wo der Winzer gern ein Quäntchen Regen mehr gehabt hätte. Der Herbst bescherte durchwachsenes Wetter, erst spät im Oktober winkte wieder stabiler Hochdruck und zwei Wochen blauen Himmels. Zum Glück...

Die Witterung forderte dem Anpassungsvermögen der Reben Einiges ab. Zu den Schwankungen im Bodenwasserhaushalt kam teils massiver Befallsdruck; insbesondere in den nassen Frühjahrswochen fand der Peronosporapilz ideale Vermehrungsbedingungen. Da hieß es für den Winzer, die Augen offen zu halten und die Pflanzen lieber einmal mehr als sonst zum Schutz mit den bewährten Mineral- und Kräuterbrühen zu benetzen.
Es gelang ganz gut, wenngleich die Laubwand doch einige unerwünschte braune Flecken davontrug und auch die Beeren nicht ganz ungeschoren blieben...

Der Herbst, der insgesamt viel Feuchtigkeit brachte, zeigte einmal mehr, wie gut es ist, die Bodenfruchtbarkeit gezügelt zu fördern und nicht mit Kunstdünger Doping zu betreiben: Unsere kleinen Trauben mit ihren festen Beerenhäuten konnten der Nässe prächtig widerstehen. Dazu trug auch die Laubwandpflege das ihre bei. Insgesamt hatten wir nur unerheblich größere Fäulnisprobleme als sonst; Befallenes ließ sich bei der Ernte leicht aussortieren: Eine gute Lese, mengenmäßig und qualitativ mehr als zufriedenstellend - und das, wo andernorts beinahe schon von Mißernte gesprochen wurde.

Unsere 2013er Weine präsentieren sich außergewöhnlich mild und harmonisch. Eine Jahrgangsbesonderheit: Rivaner und Weißburgunder weisen eine leichte Restsüße auf, weil die natürlichen, spontan auftretenden Hefen, die wir zur Gärung nutzen, einfach frühzeitig beschlossen, dass ihr Werk getan sei.
Es steht ihnen gut...

Wohl bekomm’s !

Der Weinjahrgang 2012

Das Jahr begann nach einigen bitterkalten Winterwochen mit einer längerfristig stabilen Wetterperiode im Frühjahr: Von Ende Februar bis Ende Mai überwog warme, teils sehr trockene Witterung. Die Frühjahrswärme förderte einen frühen Rebenaustrieb. Kurz bevor die Trockenheit schädlich wurde, kam es zum Umschwung durch feuchteres Wetter; bis in den August hinein wechselten sich von nun an sonnige mit regnerischen Tagen in kurzer Folge ab.

In der Hauptwachstumsperiode konnten die Weinstöcke also stetig Kraft aus dem nie austrocknenden Boden ziehen - der Entwick- lungsvorsprung aus dem Frühjahr blieb erhalten.

 

Das war in unseren Weinbergen auch deswegen gewährleistet, weil wir auf die krankheitsfördernden feuchten Bedingungen mit deutlich erhöhtem Pflegeaufwand reagiert haben. Selbst einen Befall mit dem gefürchteten falschen Mehltau (Peronospora) konnten wir so gut in Schach halten. Unser Aufwand erhöhte sich übrigens nicht allein durch die intensivere Rebenpflege, sondern auch durch Flächenerweiterungen: Denn bereits im Jahr 2011 konnten wir unsere Flächen in bevorzugten Weinbergslagen vergrößern, um unsere ständige Weinknappheit abzumildern. Aber das bedeutete natürlich auch Mehrarbeit! Insofern war 2012 für uns auch das Jahr der besonders „schweren Knochen“ an den meist sehr späten Feierabenden…

 

Wie bereits in den Vorjahren brachten Spätsommer und Herbst die notwendigen (und freudig begrüßten) trockenen, warmen, teils sogar im Oktober noch heißen Tage. Schon zu einem relativ frühen Zeitpunkt waren hervorragende Reifegrade erreicht.

Die Lese begann so bereits im letzten Septemberdrittel. Die gute Trau- bengesundheit erlaubte es uns dennoch, die Ernte bis weit in die zweite Oktoberhälfte auszudehnen, um auch noch das „letzte Quäntchen mehr“ an Aromareife zu gewinnen. Kleiner Wermutstropfen: Außer bei den Rotweinsorten blieb die geerntete Weinmenge deutlich hinter dem rekordverdächtigen Überfluss des Vorjahres zurück.

 

Nach der Kelterung wurden alle Moste mit weinbergseigenen Hefen spontan vergoren; der fruchtbetonte, sehr nachhaltige Jahrgangscharakter gewann dadurch noch zusätzlich. Freuen Sie sich mit uns über einige exquisite, bei aller aromatischen Kraft auch verspielten Weine: Fernab der breiten Weinmasse sind es unverwechselbare Persönlichkeiten …

Angelika & Jörg Belz

 

Kontrolliert ökologischer Weinbau
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Tel: 02224 76710   (AB)

 

E-Mail: belzweinbau@web.de

 

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